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Unser Ziel
Gemeinsam möchten wir einen Ort schaffen, an dem Menschen zu erschwinglichen Mieten in Großstadtnähe wohnen können – mit viel Gestaltungsspielraum und selbstverwaltet, in einem Schloss. Große offene Wohneinheiten und kleinere geschlossene bieten Raum für WGs und Familien, 2 kleine Wohneinheiten werden barrierefrei. Damit entsteht Wohnraum für 50 – 60 Menschen. Auch der weitere Ausbau in Nebengebäuden in der Zukunft ist möglich.
Die Säle im Schloss und der alte Bergfried können für Vereinsversammlungen aus der Umgebung genutzt werden; das Schloss ist für alle da.
Als Teil vom Mietshäuser Syndikat soll das Schloss nicht wieder verkauft werden können und auch nicht dem Profit von Einzelpersonen dienen.
Dabei folgen wir diesen Leitlinien:
Vegan orientiert
Die Vestung soll ein vegan orientiertes Wohnumfeld sein. Menschen, die nicht ganz vegan leben, wollen wir nicht stigmatisieren, sondern gern integrieren.
Nicht kommerziell
Kein Verkauf (auch nicht in Teilen) von Schloss Hohenthurm, keine Gewinnausschüttung, kein Gewerbe sichtbar auf dem Gelände. Nur in Absprache mit dem Projekt sind einzelne Veranstaltungen oder Nutzungen, die Gewinn mit sich bringen, möglich.
Konsent-/Konsens-Entscheidungen
Gemeinsame Entscheidungen oder gemeinsamer Beschluss zur Delegation von Entscheidungen in Untergruppen/AGs. Für Konflikte geben wir uns einen Konfliktfahrplan.
Empathische Kommunikation
Für bedürfnisorientierte Entscheidungen wollen wir einander gut zuhören und kompromissbereit Lösungen finden.
Solidarisch Vielfalt ermöglichen
Die Vestung soll erschwinglichen Wohnraum bieten – egal mit welcher Herkunft, Lebensphase oder finanziellem Hintergrund Menschen mitmachen möchten. Wir möchten jede Form der Diskriminierung vermeiden. So sollen zum Beispiel auch Mieten eine Soli-Option haben.
Naturschutz
Das Gelände ist seit einiger Zeit verwildert. Dabei entstandene Lebensräume auf dem Gelände wollen wir erhalten und pflegen.
Denkmalschutz
Das Schloss mit den zugehörigen Gebäuden und Flächen soll mit möglichst viel Erhalt der ursprünglichen Substanz schonend denkmalgerecht für die Zwecke des Projektes genutzt, umgebaut und saniert werden.
Umweltschutz
Mit einer ökologischen Heizform und dort, wo das mit dem Denkmalschutz vereinbar ist, auch mit Wärmedämmung aus ökologischen Baustoffen möchten wir einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Denkmalgerechte Standorte für Photovoltaikanlage und Wärmepumpen sind bereits mit der Behörde abgesprochen.
Vergemeinschaftung statt Privatisierung
Über einen besonderen Verbund soll das Schloss nach dem Kauf vor (Re-)Privatisierung geschützt werden. Das Schloss soll Teil vom Mietshäuser Syndikat werden. Im Verbund des Mietshäuser Syndikates sind über 200 Projekthäuser in Deutschland organisiert, vom Studierenden-Wohnheim in Heidelberg bis zum Mehrfamilien-Passivhaus in Potsdam. Der Verbund ist zugleich Gesellschafterin in jedem dieser Häuser. So wird kontrolliert, dass es keinen Verkauf oder auch keine Gewinnausschütttungen an einzelne Personen gibt – denn das bräuchte die Zustimmung des gesamten Verbundes. Private Bereicherung werden so verhindert, Mieten bleiben auf Dauer sozial und bezahlbar.
Wir sind bereits Mitglied im Verein des Mietshäuser Syndikates und wollen nach dem Kauf die Beteiligung des Syndikats am Projekt umsetzen, um die Vergemeinschaftung langfristig zu sichern.
Häufige Fragen - FAQ
Ein Schloss? Ist das nicht unfassbar teuer?
Bauen und Sanieren ist gerade generell sehr teuer. Wir haben uns das Schloss jedoch mit Architekt und Restaurator angeschaut und kommen zu dem Schluss: Es ist machbar.
Nach ersten Kostenschätzungen kommen wir auf Preise, die dennoch erschwingliche Mieten ermöglichen. Gerade noch in Sichtweite vom Schloss werden im selben Ort im Plattenbau derzeit Wohnungen für 7 Euro / m² angeboten – und wir liegen in unserer Kalkulation immer noch unter 8,50 Euro nach Sanierung.
Damit das möglich ist, haben wir mit den nötigen Reparaturen und einem einfachen Umbau/Ausbau gerechnet, um das Schloss wieder bewohnbar zu machen. Es helfen viele geteilte Ressourcen, also große Wohneinheiten/WGs und wo es möglich ist, ein einfacher Wohnstandard, um die Kosten niedrig zu halten. Gleichzeitig sind in unserer Rechnung bereits hohe laufende Kosten enthalten, um auf lange Sicht neben der Instandhaltung auch weiter sanieren zu können, anstatt alles auf einmal anzugehen.
Und schließlich soll kein Profit durch die Mieten für einzelne Personen entstehen – auch so können wir erschwingliche Mieten ermöglichen.
Überwiegend vegan? Was heißt das? Und ist das dann noch "für alle"?
„Überwiegend vegan“ heißt, dass in den Gemeinschaftsräumen und auf den Gemeinschaftsflächen (Hof und Schlosspark) keine bzw. möglichst wenige tierische Produkte konsumiert werden sollen. Wie „überwiegend“ dann genau aussieht, entscheidet die gesamte Gruppe. Ob es also irgendwo in einem Winkel noch einen Kühlschrank für alle gibt, die auf manche nicht-vegane Produkte nicht verzichten wollen, ist eine Gruppenentscheidung. Was hingegen Menschen in ihren Privaträumen oder außerhalb des Geländes machen, ist ihre Sache. Insofern ist das Projekt auch offen für nicht-vegan lebende Menschen.
Letztendlich hat jedes gemeinschaftliche Wohnprojekt Einschränkungen. Auch wenn ein Ort maximal offen sein soll, würde in der Regel auch nicht akzeptiert werden, wenn z.B. irgendwer jede Nacht Trompete auf dem gemeinsamen Hof spielen möchte.
Insofern ist das Projekt wie viele andere Wohnprojekte auch „für alle“ – unter Beachtung der gemeinsam beschlossenen Regeln.
Seid ihr nun Teil vom Mietshäuser Syndikat oder nicht?
Wir möchten Teil vom Syndikat werden und richten unser Projekt nach den Idealen des Syndikates aus. Am Ende entscheidet der Syndikatsverbund in den Versammlungen, ob es eine Projektbeteiligung gibt. Dabei ist es ganz normal, dass das eine ganze Weile dauert – auch weil es schon andere Projekte gibt, die eine Beteiligung anstreben.
Rechtsstruktur und Satzungen werden jetzt schon so geschaffen, dass sie zum Mietshäuser Syndikat passen. Außerdem sind wir als Gruppe bereits Mitglied im Syndikat.
Geschichte
Die Geschichte des Areals beginnt schon um 936, als die ersten Teile des Turmes entstanden. Mit den Jahren wuchs der Turm und gab als „hoher Turm“ dem Ort bis heute seinen Namen. Die später um den Turm entstandene Burg verfiel wieder, und 1736, 800 Jahre nach dem Turm, wurde das Schloss errichtet. Weitere Gebäude wie z.B. Ställe entstanden auf den Fundamenten der alten Burg, so dass auch heute noch mit dem Turm und den Gebäuden die alte Burg zu erahnen ist.
Die letzten adligen Eigentümer wurden nach dem Zweiten Weltkrieg enteignet, und das Schloss fortan für die Landwirtschaftliche Fakultät der nahen Universität in Halle (Saale) genutzt. Dabei entstanden in einem Nebengebäude und im Dachgeschoss des Schlosses auch Wohnräume, die wir nach einer Sanierung wieder bewohnbar machen möchten. Etwa 2003/2004 wurde das Areal dann verkauft und wechselte dabei mehrmals die Eigentümerin. Nun steht es wieder zum Verkauf. Diese Gelegenheit möchten wir nutzen und neues Leben in die alten Mauern bringen.
Direktkredite
Einen großen Teil von Kauf und Sanierung finanzieren wir über einen Bankkredit. Doch dafür wird Eigenkapital benötigt. Das Wohnprojekt ist offen für alle, ohne dass Menschen Geld mitbringen müssen. Wenn sie welches haben und in das Projekt geben wollen, tun sie das als Direktkredit.
Alle Menschen können Direktkredite in das Projekt geben, auch wenn sie nicht einziehen wollen, das Projekt aber unterstützenswert finden.
Für Kauf, Sanierung und alle Kosten drumherum brauchen wir neben dem Bankkredit einen Eigenanteil von etwa 610.000 Euro. Deshalb: Melde Dich doch bei uns, wenn Du Dir vorstellen kannst, bei uns mit einem Direktkredit zu investieren! Wir werden dann einen Direktkreditvertrag mit Dir abschließen. Dabei wird das Geld erst dann von Dir überwiesen, wenn die insgesamt nötige Summe zusammengekommen ist und der Kauf stattfindet.
Aber was sind eigentlich Direktkredite?
Mit einem Direktkredit unterstützen wir einander: Du leihst uns gegen eine niedrige Verzinsung Geld, mit dem wir das Areal kaufen und die Wohngebäude renovieren können. Wir müssen dabei weniger Zinsen zahlen als bei einem Bankkredit und Du weißt, wo Dein Geld ist und was damit gemacht wird und bekommst auf Wunsch Zinsen dazu.
Letztendlich ist ein Direktkredit bei uns also eine Geldanlage, mit bis zu 2,0% Zinsen pro Jahr.
Am Ende einer vereinbarten Laufzeit oder nach Kündigung wird Dir das geliehene Geld zurückbezahlt.
Du kannst Dir das gut vorstellen? Du möchtest gern 1.000 Euro oder mehr bei uns anlegen und uns gleichzeitig damit ganz aktiv unterstützen? (Es dürfen natürlich auch 5.000, 20.000 oder 50.000 Euro sein, ganz nach den eigenen Möglichkeiten.)
Dann melde Dich gern: vestung [ädt] riseup [Punkt] net
Das folgende Video fasst die Idee des Investierens in die Vestung noch einmal zusammen:
Nachrangdarlehen/Rangrücktrittsklausel
Noch zwei rechtliche Hinweise:
Da wir keine Bank sind, sind wir gesetzlich verpflichtet, die Rückzahlung unter den Vorbehalt einer qualifizierten Rangrücktrittsklausel zu stellen: Diese bedeutet, dass die Rückzahlung verzögert werden kann, wenn andernfalls eine Insolvenz des Projektes drohen würde, und auch dass andere Verbindlichkeiten wie Bankkredite vorrangig bedient werden müssen.
Wenn es zur Insolvenz käme und der Rest-Wert nur genügen würde, um die Schulden bei der Bank zu decken (unsere Finanzplanung ist natürlich anders!) – könnte das theoretisch auch den kompletten Verlust des Direktkredites bedeuten. Sprecht uns sehr gern darauf an.
Zur Veröffentlichung eines Verkaufsprospektes sind wir allerdings nicht verpflichtet, weil wir unterschiedliche Direktkreditmodelle anbieten und davon bei jedem einzelnen innerhalb von 12 Monaten weniger als 100.000 Euro (§ 2 Abs. 1 Nr. 3 VermAnlG). Doch auch ohne Prospektpflicht stehen wir bei Fragen natürlich gern Rede und Antwort und auch bei Interesse, uns mit einem Direktkredit zu unterstützen!
Über uns
Hinter der Vestung stehen 20 Menschen von 24 bis 47 Jahren, angestellt, selbständig oder noch in Ausbildung, aus so verschiedenen Feldern wie Wissenschaft, Handwerk, Wohnungswirtschaft. Wir haben zum Teil Fachwissen und mehr als 10 Jahre Erfahrung aus dem Mietshäuser Syndikat direkt in der Gruppe. Natürlich nutzen wir zudem auch externe Fachleute, und das gesammelte Wissen im Mietshäuser Syndikat mit den über 30 Jahren Erfahrung des Verbunds.
Es gibt noch mehr Menschen, die gerade zur Gruppe dazustoßen. Später wird Platz für gut 50 Menschen in der Vestung sein. Wenn Du auch dabei sein möchtest oder auch einfach ab und zu einen Newsletter bekommen möchtest, freuen wir uns über eine Nachricht: vestung [ädt] riseup [Punkt] net